Quälerei beim Hund durch Moxonleinen-Prinzip
Hundehalter, die ihre Hunde im In- und Ausland ausstellen, kennen sie – die Moxonleine. Oder auch Retrieverleine und sogar Einwirkungsleine. Eine Moxonleine besteht aus einem Teil, nämlich aus dem Halsband mit verstellbarem Stopp (gibt es auch ohne!), der Leine und der Handschlaufe.
Der Vorzug dieser Leinen für Show-, Jagd-, Sport- und Begleithund wird angepriesen mit dem schnellen An-und Ableinen des Hundes, geringes Verletzungsrisiko, da beim Spielen mit Artgenossen oder auch bei der Jagd der Hund damit kein Halsband mehr umhat. Die Moxonleine macht keine Geräusche, da keine Metallteile wie Karabiner vorhanden sind. Der Hund kann auch nicht versehentlich das Halsband verlieren, da es sich je nach Einstellung nicht über den Kopf ziehen lässt. Außerdem ist diese Leine klein und passt in jede Jackentasche.
Das Material dieser Leinen besteht meistens aus geflochtenem Nylon-
oder Polyamidfasern, aber es gibt sie auch in gedrehtem Hanf, Reepschnur sowie in Leder und dem besonders weichen Elchleder. Die Stärke der Moxonleine kann variieren zwischen 3 mm bis 15 mm und die Länge zwischen 1,20 m bis 3,00 m. Der Effekt der Leine ist, sobald der Hund zieht, drückt das Halsband auf die Luftröhre, was dem Hund vermitteln soll, jetzt wird es unangenehm. Geht der Hund angepasst, also an lockerer Leine, dann entsteht kein Zug. Ist das Halsband ohne Stopp, tritt gleichzeitig ein Würgeeffekt ein, der je nach Zug des Hundes mehr oder minder schwer einwirkt. Je dünner die Moxonleine, desto mehr schneidet sie im Halsbereich ein.
Vor einigen Tagen begegnete mir ein Hundehalter mit seinem Retriever an einer dieser langen, sehr dünnen Moxonleinen. Die Leine hatte er sich um Schulter und Brust befestigt, einen Teil davon hielt er in der Hand. Sobald der Hund nach vorne ging, zog er heftig zurück. Mir war vorher aufgefallen, dass der Hund ständig würgte, hustete und schluckte. Nach genauem Hinsehen stellte ich fest, dass der Stopp für den Halsbereich sehr weit gestellt war. Das bedeutet, wenn der Hund an der Leine zieht, würgt das Halsbandteil entsprechend.
Ich sprach den Halter darauf an, warum er diese Moxonleine, die ich in dieser Art für tierschutzrelevant halte, überhaupt benutzt. “Weil das eine Retrieverleine ist”, meinte er und das habe ihm sein Züchter empfohlen. Ob er schon bemerkt hätte, dass sein Hund durch diese Leine geschädigt sei, fragte ich ihn. Er tat sehr überrascht, nein, das wäre ihm gar nicht aufgefallen. Wieso ich darauf käme? Nun, so lange ich hier stehe und ihren Hund beobachte, so lange würgt, hustet und schluckt ihr Hund ständig, sagte ich. Ja, dann solle er gefälligst nicht so ziehen, ereiferte sich der Mann.
Der Retrieverrüde wollte zu mir Kontakt aufnehmen und “ruck” zog er ihn zurück. Wiederum würgte und hustete der Hund. “Vielleicht informieren sie sich einmal, wie solche Moxonleinen einzusetzen sind bzw. am besten verwenden sie für ihren Führstil ein Geschirr, damit ihr Hund sich erstmal von den gesundheitsschädigenden Einwirkungen erholen kann”, empfahl ich ihm. Stillschweigend ging er mit seinem hübschen Hund davon.
Zeichnung und Foto: Elke Müller





