Neue Bienen?
Ja, es war doch eine ganze Weile ruhig um mich. Ruhig, da meine Bienen mich ganz schön in Beschlag genommen haben. Zwar nicht arbeitend, aber denkend. Warum?
Nun die Völker haben sich nicht so entwickelt wie ich angenommen habe. Da steht man vor dem geöffneten Volk blickt hinein und sieht massenweise Drohnen und Drohnenbrut. Klar (sagt zumindest jeder alte Imker), da fehlt die Königen oder sie legt keine befruchteten Eier mehr. Störend dabei war nur, dass auch verdeckelte Arbeiterinnenbrut vorhanden war. Kurzum ein klassischer Fall von “Was ist denn das?”. Da eine Arbeiterin rund 21 Tage zur Entwicklung braucht, ist es auch eine Frage der Zeit, bis man erkennt, was los war.
Mit Gerd, einem befreundeten Imker, habe ich mir die Geschichte dann später noch einmal angesehen. Wir konnten einige aufgefressene (aus denen geschlüpft wurde) Königinnenzellen sehen und sogar eine ganz junge Königin. Das Volk hat eine stille Umweiselung vorgenommen. Die alte Königin ist ausgefallen, entweder gestorben, durch mich aus Versehen getötet worden oder war nicht mehr in der Lage Eier zu legen. Prompt beginnt das Bienenvolk eine Königin nachzuschaffen.
Arbeiterinneneier der alten Königin werden einer besonderen Behandlung unterzogen: die Larven erhalten Weiselfuttersaft von den Ammenbienen – eine besonders eiweiß- und aminosäurenhaltige Nahrung. Zum Verpuppen werden dann die deutlich größeren Weiselzellen (um)gebaut. Nach 16 Tagen schlüpft die junge Königin. Nun hat sie noch zahlreiche Konkurrentinnen, die erst einmal von ihr nach dem Schlupf abgestochen werden. Erst wenn die letzte nachgeschaffene Königin tot ist, beginnt die junge Königin mit dem Begattungsflug und danach mit der Eiablage.
Dienstagabend der vergangenen Woche habe ich mir mein “Sorgenkind” einmal in der Dämmerung näher angesehen. Immerhin saß eine dicke Traube von Bienen am Flugloch. Also mache ich den Deckel auf und scheue in das Volk hinein. Was dann kam, war mir doch schon unheimlich. Aus dem vor 21 Tagen inspizierten friedlichen Volk in der Aufwärtsentwicklung scheint ein pieksiges Völkchen geworden zu sein. Ich gehe ohne Schleier und Handschuhe zu Werke … doch blitzartig attackieren mich sieben, acht Bienen. Deutlich am schrillen Fluggeräusch und der Angriffsrichtung Kopf zu erkennen: Das gilt mir und ist kein Spaß. Nun ja zwei Bienen haben ihren Auftrag erfüllt und ich bin erst mal um zwei Stiche, ein Frage und die Gewissheit da nicht mehr ohne Schleicher hinzugehen, reicher.
Welche Frage? Nun Die Bienen die mich angegriffen haben, können keine Nachkommen der jungen Königin sein. Wie also kommt es, dass ein friedfertiges Volk (genetisch) plötzlich zum Stecher wird? Ich vermute, vermag aber auch nicht so recht zu glauben, dass da die Pheromone der neuen Königin im Spiel sind.
Weshalb ich also solange nicht über meine Bienen geschrieben habe? Es waren, wie im richtigen Leben, einfach zu viele Unsicherheiten. Heute weiß ich wieder einmal mehr, wie aufregend, interessant und wunderbar die Bienenhaltung ist. Einen schönen Abend allerseits…






am Juni 20th, 2007 um 23:51
[...] Bienen vertreiben wollten bzw. angriffen. Immer wieder wurde mein Kopf umflogen – also doch, die Bienen aus dem still umgeweiselten Volk sind aggressiver geworden. Ich gehe also hin sprühe mich zum Schutz mit Essigwasser ein, was [...]