Hunde, Katzen, Vögel, Exoten – Tiere als Weihnachtsgeschenke

Geschrieben am Dezember 4th, 2007 in Allgemein von Elke Müller

Der Weihnachtsrummel boomt, die Weihnachtsmärkte sind eröffnet. Der Einzelhandel kommt aufgrund der im Herbst erhöhten Preise schleppend in Gang. Menschen sind auf der Suche nach “dem” Weihnachtsgeschenk. Dabei wird das Augenmerk auch auf Tiere als Weihnachtsüberraschung gerichtet. Die kleine Nadine möchte einen kleinen Hund, Marco hätte am liebsten eine Echse. Für Oma soll eine Katze angeschafft werden, damit sie nicht so alleine ist. Sophie-Marie wünscht sich Kanarienvögel, am besten gleich ein Pärchen. und, und, und …

Weihnachtsüberraschung HundewelpeGenutzt werden diese Wünsche natürlich von den Verkäufern. Da gibt es – wie in allen Branchen – seriöse und unseriöse Händler. Ganz extrem sind zur Zeit die aus dem Osten angebotenen Hundewelpen. Natürlich mit gültigem Impfpass. Im Kofferraum werden die Welpen auf Märkten angeboten, auf Parkplätzen an der Grenze oder an der Autobahn verkauft. Das Geschäft läuft zum großen Teil über das Internet und über Kleinanzeigen in der Tagespresse. Da wird dem Interessenten suggeriert, dass er einen sonst teuren Rassehund zum Schnäppchenpreis ergattern kann. Anstatt 1200 Euro kostet der Hund dann 350 Euro.

Das Alter der Welpen wird mit 8 – 10 Wochen angegeben, da Welpen unter 8 Wochen lt. Tierschutz-Hundeverordnung gar nicht abgegeben werden dürfen. Oftmals sind sie aber jünger, manche sind tatsächlich erst 5 Wochen alt. Diese Welpen werden ab der 4. Lebenswoche verkauft. Zu früh von Mutter und Geschwistern entfernt, nimmt man dem Welpen jede Möglichkeit zur Sozialisierung, die zwischen der 3. und 12. Lebenswoche stattfindet. Verhaltensauffälligkeiten sind vorprogrammiert. Durch die frühe Wegnahme, die Abgabe an den Zwischenhändler, den Transport, der Futterumstellung sind die kleinen Welpen unter permanentem Stress. Das setzt die Immunisierung gegen Krankheitserreger drastisch herab.

Die Hundewelpen leiden an Krankheiten, oftmals an heftigen Durchfällen, die zu einem hohen Flüssigkeitsverlust und damit zum Tod führen. Die hierzulande eingedämmte Staupe und Katzenseuche ist wieder auf dem Vormarsch. Die Welpen haben Flöhe, Milben und Wurmbefall. Die mitgelieferten Ahnentafeln und Impfpässe sind das Papier nicht wert. Der Käufer und Hundeliebhaber muss letztendlich tiefer in Tasche greifen, um die anfallenden Tierarztkosten bezahlen zu können. Das geht dann schnell in die Tausende. Am schlimmsten ist, dass der Handel mit Welpen aus dem Osten durch den Hundefreund, der sich das Schnäppchen zu Weihnachten erhofft, ausartet in unendliches Tierleid.

Aber auch andere Tierarten wie Katzen, Vögel und ganz besonders der Boom nach Exoten darf nicht unterstützt werden. Nach Weihnachten wird urplötzlich festgestellt, dass die Idee doch nicht so gut war, eben schnell noch ein Tier gekauft zu haben. Denn es passt eigentlich nicht in den Alltag. Oder es werden urplötzlich Allergien festgestellt und das Tier muss wieder weg. Kinder wollen die Verantwortung für ihr neues “Spielzeug” doch nicht übernehmen, weil sie selbst heutezutage mit Terminen vollgestopft sind. Da landet mancher Hamster im Käfig auch mal in der Garage!

Um ein Tier für eine Familie anzuschaffen, sollten sich alle Familienmitglieder mit der Planung befassen. Wer versorgt den Hund, wer geht mit ihm Gassi. Wer pflegt ihn. Wer spielt mit ihm und wann. Ist man sich über die Folgekosten im Klaren. Haftpflichtversicherung, Hundesteuer, Tierarztkosten, Futter, Zubehör. Wer übernimmt die Vögel, die Katze, den Hund, wenn die Familie im Urlaub ist? Fragen über Fragen. Bitte handeln Sie nicht übereilt. Lassen Sie die Idee, ein Tier anzuschaffen reifen. Überlegen Sie mit der Familie wie das Tier gehalten werden soll und wer welchen Part übernimmt. Und vor allen Dingen, schenken Sie es nicht zu Weihnachten als Überraschung. Möglicherweise erweist sich Ihre Idee als Bumerang. Ho ho ho …

Foto: Elke Müller – Klein-Forrest räumt die Geschenke auf

1 Kommentar to 'Hunde, Katzen, Vögel, Exoten – Tiere als Weihnachtsgeschenke'

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  1. am September 11th, 2008 um 11:49

    echt zum kotzen dass es sowas wie illegalen tierhandel überhaupt gibt, aber wo man geld mit verdienen kann, das gibt es halt leider auch in unserer gesellschaft. meiner meinung nach ist das ganze eine pattsituation. auf der einen seite hilft man den tieren wenn man sie solchen idioten aus der hand nimmt (kauft). auf der anderen seite führt das dazu dass die tierhändler fortfahren mit der unethischen zucht und haltung der tiere.

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