Das Heimtiergeschäft boomt – auch im Internet

Geschrieben am März 2nd, 2007 in Allgemein von Elke Müller

Im Internet finden sich unzählige Seiten zu Themen rund um das Haustier. Darunter sind sehr persönliche mit den Erlebnissen der Tierhalter, aber auch Zubehör- und Futtershops, wissenschaftliche Seiten und jede Menge Angebote. Viele Seiten bieten dem Haustierhalter solide Informationen. Oft aber finden sich Seiten, die ausschließlich am Geschäft um das Haustier mitverdienen wollen. Daran wäre noch nichts Verwerfliches, wenn es sich dabei nicht oft genug um Angebote handeln würde, die, bestenfalls mit Halbwissen und Sendungsbewußtsein ausgestattet, dem Nutzer nicht vorhandenes Fachwissen vorgaukeln und versuchen, an das Geld der Heimtierbesitzer zu gelangen.

Warum ist das so?

Laut Statistik des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) lebten im Jahre 2005 23 Millionen Heimtiere (ohne Zierfische und Terrarientiere) in deutschen Haushalten. Der Gesamtumsatz für Heimtier-Bedarfsartikel überschritt bereits 2004 die 3 Milliarden Grenze und lag 2005 um 2,3% höher bei 3,08 Milliarden Euro. Dabei nehmen in 15,4% der Haushalte 7,6 Millionen Katzen den Hauptanteil des Heimtier-Bedarfsmarktes ein. Im soziodemographischen Profil hat die Altersgruppe über 60 Jahre den höchsten Anteil (26%) von Haushalten mit Heimtieren. Dann folgt die Altersgruppe zwischen 40-49 Jahren mit 25%. Die Altersgruppe bis 29 Jahre beherbergt mit einem Anteil von 9% die wenigsten Heimtiere. Dabei liegt der Prozentsatz der Haushaltsgröße insgesamt bei einem 3-Personen-Haushalt und mehr bei 44‚%. Schauen wir uns einmal den jährlichen Umsatz an, der mit dem Sozialpartner Nr. 2, dem Hund, getätigt wird. Nach einer Studie des Volkswirtschaftlichen Seminars der Universität Göttingen vom September 2006 gibt es ca. 5,3 Millionen Hunde in Deutschland, deren Besitzer rund 5 Milliarden Euro jährlich für deren Bedürfnisse ausgeben. Alleine das Heimtier Hund sichert rund 100.000 Arbeitsplätze. Zwischen 900 und 1.000 Euro geben Hundehalter im Jahr für ihre Lieblinge aus.Etwa 1 Milliarde Euro Umsatz sichern sich ungefähr 14.000 Kleintier-Arztpraxen mit Behandlungen und Medikamenten in Deutschland. Über den Verkauf in den Praxen-Shops mit Bedarfsartikeln und Futter liegen keine Zahlen vor. 948 Millionen Euro gibt der Hundehalter für Hundefutter als Nass-, Halbfeucht- und Trockenfutter sowie Snacks aus. Für Zubehör wie Nahrung/Nahrungsergänzung, Leinen/Halsbänder, Körbe/Betten/Decken/etc., Kämme/Bürsten/etc., Erziehungshilfsmittel (Halti, Disc, MP, etc.), Spielzeug, Transportboxen, Gitter/Netze fürs Auto u.a. werden 120 Millionen Euro jährlich umgesetzt. Für ca. 2,6 Millionen Hunde wurden Haftpflichtversicherungen abgeschlossen. Der Verdienst wird mit ca. 140 Millionen Euro veranschlagt. Der Staat erhält über die Städte und Gemeinden ca. 220 Millionen Hundesteuer. Auf ungefähr 80 Millionen wird der gemeinsame Umsatz geschätzt, der über Hundesalons, Hundepensionen, Hundetagesstätten, Tierbestatter und Tierfriedhöfe erzielt wird. Mit dem Verkauf von etwa 500.000 Welpen werden jährlich 360-390 Millionen Euro umgesetzt. Auch in den rund 500 Tierheimen in Deutschland werden pro vermitteltem Hund noch 100-200 Euro eingenommen. Nach der Dissertation der Tierärztin Anja Gold aus dem Jahr 2005 gibt es in Deutschland rund 752 Hundeschulen, die ca. 9.000 Voll- und Teilzeit-Arbeitsplätze geschaffen haben. Über den Umsatz der Hundeschulen, deren Anzahl sich in den letzten 2 Jahren um geschätzte 20% erhöht hat, liegen keine Zahlen vor. Auch keine Angaben gibt es über Umsatz und Anzahl von Tierphysiotherapeuten, Tierpsychologen, Tierverhaltenstherapeuten, Tierheilpraktikern, Tierosteopathen, Tierkrankengymnasten, Tierkommunikatoren, Tiermediatoren, Blindenführhunde-, Therapie- und Behindertenbegleithundeschulen, Rettungs- und Diensthunde, Servicehunde, Jagdhunde, Hundevereine, Hundesport, Hundezucht, Hundehandel, Hundeimport. Weiterhin wird am Partner Hund im Buchhandel, bei Zeitschriftenverlagen, bei Tiersendungen im Fernsehen, durch Kinofilme, im DVD und CD-Handel und im Internet verdient. Keine Angaben gibt es über die Werbeeinnahmen der Fernsehsender.Wirtschaftlich brachte die Liebhaberei der Deutschen im Kleintierbereich bei Tierfutter für Katzen, Kleintiere (Mäuse, Hamster, Ratten, etc.), Aquarien, Gartenteiche mit Fischen und Terrarien insgesamt 1,341 Millionen Euro im Jahr. Dazu kommt der Umsatz für Zubehör oben genannter Tierarten mit 671 Millionen Euro.Die Zahlen sprechen für sich. Sie sind der Grund, warum der Haustierhalter gezwungen ist, sich in einer Vielfalt von Angeboten zurechtzufinden. Dabei benötigt er Hilfe. Unser Haustierblog wird versuchen, genau diese Hilfe zu geben und dem Haustierbesitzer helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

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1 Kommentar to 'Das Heimtiergeschäft boomt – auch im Internet'

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  1. Stefan Schröder said,

    am Mai 29th, 2008 um 16:22

    Wenn Ihr “Weizen” wollt schreibt mal über diese Seite.

    Die wollen zwar auch nur Geld verdienen, scheinen aber wenigstens über etwas Hintergrundwissen zu verfügen. Momentan geht die Seite nicht, vieleicht bauen die um?

    Gruß

    Stefan

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