Ausflug mit Mensch & Hund in den Wild Park Lüneburg

Geschrieben am April 22nd, 2009 in Erlebnisse von Elke Müller

Raven - der irische WolfhundAn einem wunderschönen Sonnentag besuchten Kunden der Fachschule für Mensch & Hund und ihre Hunde den Wild Park Lüneburger Heide. 22 Erwachsene, Jugendliche und Kinder sowie 15 Hunde spazierten und übten sich durch den Wildpark. Anacan, einer der irischen Wolfshunde fand Gefallen an einem Esel. Er wusch hingebungsvoll dessen Kopf und dem Esel schien es zu gefallen – soziales Verhalten zweier Tierarten. Sein Bruder Raven ignorierte die ganze Szene.

Der Park war gut besucht und Menschen drängten sich vor den Wildgehegen. Es galt die Hunde am Fuß zu behalten, sie abzusetzen oder hinzulegen. Im offenen Wildgatter trainierten die Hundehalter an der Aufmerksamkeit ihrer Vierbeiner ohne dass diese sich von dem stehenden oder herumspringenden RehwildMit Mensch und Hund im Wild Park irritieren liessen.

Eine kleine Pause wurde eingelegt, so dass Menschen wie Hunde ihren Durst stillen konnten. Danach ging es an den Gehegen der Steinböcke vorbei, wovon ein männliches Tier seine großen Hörner gegen den Zaun donnerte und damit neugierige Hunde erschreckte. Die Waschbären hatten sich in ihre Baumhöhlen verkrochen. Doch die Marderhunde und die Polarfüchse liessen sich draussen sehen. Interessiert berochen die Hunde die Gehege.

Tanja Askani und ihre PolarwoelfeDer Weg stieg an und auf dem Berg kam die Mensch-Hund-Gruppe zu den europäischen Wölfen und zu den Polarwölfen. Gerade rechtzeitig um die Betreuerin der Wölfe – Tanja Askani – in ihrem Vortrag über die Wölfe zu hören. Die beiden Polarwölfe zeigten ihr gegenüber unterwürfiges Verhalten. Sie stupsten sie an, lehnten sich gegen sie und genossen ihre Streicheleien.

Trotzdem sei gesagt, dass diese Wölfe nicht zahm sind. Obwohl Tanja Askani auch mit ihnen im Wildpark an der Leine Spaziergänge unternimmt oder sogar im jugendlichen Alter der Wölfe die Eisdiele im Ort besucht, können die Wölfe nicht von Fremden angefasst werden. Am Ende desPolarwolf Nanuk Vortrages wurden die Wölfe mit großen Fleischbrocken gefüttert. “Aber nicht wieder in die Hände beissen”, mahnte sie einen der Polarwölfe und warf in hohem Bogen ein Stück Fleisch in seine Richtung.

Die europäischen Wölfe reagierten überhaupt nicht auf die Hunde auf der anderen Seite des Zaunes. Einer der Polarwölfe schon. Er markierte durch den Zaun und rannte imponierend mit hoch erhobener Rute auf und ab. Einige der Hunde bellten ihn aufgeregt an, wurden aber von ihren Bezugspersonen zur Ruhe gebracht. So gab es Abwechslung im Hunde- und Wolfsalltag. Die Menschen genossen im Anschluss Speisen und Getränke im Restaurant des Wildparkes. Die Hunde lagen müde zu ihren Füssen. Ein schöner Tag ging zu Ende.

Fotos: Jonas Schrader (11)

Hunde greifen an – Teil III

Geschrieben am April 14th, 2009 in Hunde von Elke Müller

Da ich jeden Morgen mit meinen drei Hunden eine Stunde spazieren gehe, kommen sie üblicherweise vorher nicht nach draußen – bis auf den “Kleinen”, der das “Wasser” laufen lässt und sofort wieder hereinkommt. Nachdem die beiden Altrüden aber doch großes Interesse hatten drei Häuser weiter eine Hundedame zu besuchen, war mir natürlich klar, dass diese gerade läufig und der Drang der Rüden immens stark war dorthin zu gelangen.

Dass aber das erregte Hecheln der Hunde von meinen Nachbarn als Beim Hecheln reguliert der Hund seine Körpertemperatur “fletschende Hunde” interpretiert wurde, die ihrer Meinung nach auch angreifen würden, das erfuhr ich erst, nachdem ich den furchtsamen Blick der Nachbarin sah. Hunde hecheln immer, wenn sie jemanden freundlich begrüßen. Das taten meine Hunde. Das Wegtreten mit dem Fuß irritierte sie allerdings, so dass sie den Nachbarn anbellten. Das wiederum ließ diesen vermuten, dass die Hunde ihn angreifen könnten. Was sie aber nicht taten.

Vielen Hundehaltern fällt es schon schwer den eigenen Hund zu verstehen. Die häufigsten Missverständnisse bei Halter und Hund entstehen durch Fehlinterpretationen des Hundeverhaltens. Wie sollen dann Nichthundehalter – und in diesem Falle solche, die einem Tier nur begegnen können, wenn es eingesperrt ist – mit Hunden klar kommen, die zwar absolut menschenfreundlich sind, aber auf feindliche Aktionen mit Bellen reagieren.

Hunde sind uns da weit voraus.

Hunde greifen Nachbarn an – Teil II

Geschrieben am April 13th, 2009 in Hunde von Elke Müller

Einen Tag später – meine Hunde waren im Garten – hörte ich Gebelle, ging nach draußen und fand meinen mittleren Rüden auf Nachbars Grundstück. Anscheinend war er über den Zaun gesprungen. Ich holte ihn und dabei traf ich auf die Nachbarin. “Ich habe Angst vor dem Hund. Der fletscht mich an”, sagte sie. Meine Hunde sind von frühester Welpenzeit auf Menschen aller Coleur geprägt, da sie fast jeden Tag mit vielen Menschen in Berührung kommen. Ich habe bisher in keiner Weise Drohgebärden meiner Hunde gegen Menschen gerichtet gesehen.

Das sagte ich auch zur Nachbarin. “Vielleicht solltet ihr nicht nach den Hunden treten, das kann dann schon Reaktionen hervorrufen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie wirklich nach vorne stoßen, um zu beissen.” “Naja,” entrüstete sie sich “wenn du deine Hunde jeden Morgen rauslässt und sie unser Grundstück zusch…!”

Langsam wurde mir klar, dass sich bei den Nachbarn Frust aufgebaut hatte. Der Hund ihres direkten Nachbarn lief immer frei herum. Dieser hinterließ seine Machenschaften jeden Tag auf den Grundstücken der Nachbarn rings herum. Das schürte natürlich den Ärger. Dieser Hund schoß auch hinter den Müllleuten hinterher bis diese den Müll nicht mehr abholten. Irgendwann starb der Mischlingshund an einer Vergiftung.

Fortsetzung folgt…

Hunde greifen an – Nachbar ist entrüstet – Teil I

Geschrieben am April 12th, 2009 in Hunde von Elke Müller

“Deine Hunde haben mich angegriffen!”, sagte mein Nachbar neulich zu mir. “Ich hatte richtig Stress mit denen, die wollten nicht von meinem Grundstück. Alles haben sie vollgeschissen!” Ich hatte an dem Morgen nach dem Aufstehen meinen jungen Rüden gerade in den Garten gelassen. Er hält nicht solange durch bis ich angezogen und gehfertig bin. Die beiden älteren Rüden bleiben meistens faul in ihren Betten liegen bis ich wieder aus dem Badezimmer auftauche.

An diesem Morgen vernahm ich ein kurzes knappes Bellen. Das machte mich aufmerksam, so dass ich vorm Haus nachschaute. Da kamen beide Altrüden durch das offene Tor auf unser Grundstück zurück. Der “Kleine” war vorm Eingang. Ich rief sie nach drinnen. Ich möchte nicht, dass meine Hunde frei im Dorf herumstreunen. Anscheinend waren tatsächlich alle drei nach draußen gelaufen. Ich bemerkte ihren erregten Zustand.

Der Nachbar war entsprechend aufgebracht. Ich entschuldigte mich für das beschmutzte Grundstück, obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, dass alle meine Hunde unter dem Zaun des Nachbargrundstückes durchkriechen würden, um sich dort zu lösen. “Ich glaube nicht, dass meine Hunde dich angegriffen haben”, protestierte ich. “Doch”, schimpfte er “die wollten sich ja überhaupt nicht vertreiben lassen.” Dabei machte er Trittbewegungen gegen die Hunde. “Die wollten mich beissen!”

Fortsetzung folgt!