Eigentlich machen die Hunde genau das, was wir von ihnen wollen, sie machen ihren Job – “Klingel”! Wie Jörg genervt in “Da kam ein Wanderer des Wegs …” das ewige Verbellen am Zaun beschreibt: “Kann man da was gegen tun?” Klar kann man! Es fragt sich nur, wo man die Grenze ziehen möchte. Der Hund – Hüter des Territoriums – und gerade bei einer Mehrhundehaltung toben alle Hunde am Zaun entlang, wenn sich davor etwas rührt. Es wird mordsmächtig getobt und gebellt und das verscheucht denjenigen draußen vorm Zaun in der Regel. Natürlich reagiert nicht jeder Hund auf Außenreize, aber die meisten.
Was machen unsere Hunde da eigentlich? Wie schon gesagt, sie melden zunächst: Hier kommt jemand! Je nachdem um wen es sich handelt löst das weitere Reaktionen aus. Ist es jemand, den sie kennen, schlägt das Gebrülle in freudige Erregung um und es wird gefiept, gehopst und gewedelt. Ist es der Nachbar drei Häuser weiter mit dem vierbeinigen Konkurrenten an der Leine, der ohnehin von draußen immer gegen den Zaun pinkelt, dann steht die Erregung auf Sturm und dieser vermeintliche Eindringling wird mit furchtauslösenden Gebärden und Gebelle vertrieben.
Glauben sie – die Hunde. Viele Hunde haben gelernt durch Bellen werden Objekte vertrieben. Der Hund meldet z.B. den Postboten hinter der geschlossenen Haustür an, verbellt ihn, so lange dieser den Briefkasten bedient.Der Postbote geht wieder und der Hund hat gelernt, er habe den “Feind” vertrieben. Ähnlich verhält es sich am Zaun. Dort wird nicht nur das eigene Territorium verteidigt, sondern es werden auch Ansprüche auf das Umfeld außerhalb des Zaunes bekräftigt. Das merkt man dann, wenn man mit dem oder den eigenen Hunden nach draußen geht und diese erregt den Untergrund beschnuppern, das Bein heben, scharren.
Lästig für den Hundebesitzer und die Nachbarn wird es spätestens dann,
wenn der Hund nicht mehr aufhört zu bellen oder alles was sich bewegt verbellt. Um den nervigen Vierbeiner dann zu stoppen, sollte Erziehung greifen. Hat der Hund Erziehung nur bedingt genossen, dann lässt er sich von seinem Tun eben nicht abbringen. Dazu holt der Hundehalter sich professionelle Hilfe oder er bringt seinem Hund konsequent bei, dass dieser auf den Ruf “Komm” oder “Hier” oder “Stop”, “Lass es”, was immer er als Begriff verwenden möchte, das Bellen stoppt. Das funktioniert, wenn es entsprechend trainiert wird.
Diese Abrufübung sollte innerhalb des eigenen Geländes sowie auch auf Spaziergängen trainiert werden. Erst wenn der Hund sich jedes Mal ohne Ablenkungsreize abrufen lässt, trainiert man diese Übung, wenn sich ein entsprechendes Objekt nähert. Der Abruf kann auch über einen Pfiff erfolgen, der allerdings vorher konditioniert werden sollte. Bei einer Mehrhundehaltung wird diese Übung mit jedem Hund erst einzeln und dann in der Gruppe trainiert.
Fotos: Elke Müller