Ausbildung von Therapeuten, Pädagogen und Therapiebegleithunden

Geschrieben am März 30th, 2007 in Co-Therapeut Hund von Elke Müller

Definition tiergestützte Aktivität, Therapie und Pädagogik

Die Verwendung eines Hundes in der tiergestützten Aktivität, Therapie und Pädagogik unterscheidet sich in

  • tiergestützte Aktivitäten (Animal Assisted Activities = AAA)
    - Besuchsdienste bei der keine spezifische Ausbildung des Hundes notwendig ist,
    - guter Gehorsam, Freundlichkeit, sozialverträglich,
    - vertrauensvolle Hundehalter-Hund-Beziehung

                – aktive tiergestützte Aktivitäten – Interaktion zwischen Mensch und Hund

                - passive tiergestützte Aktivitäten – keine Interaktion zwischen Mensch und  Hund

und

  • tiergestützte Therapien (Animal Assisted Therapy = AAT)
    - Zielgerichteter therapeutischer Einsatz des spezifisch ausgebildeten Hundes bei
    Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern durch speziell ausgebildete Personen
    in Heilberufen mit Dokumentation des Therapieverlaufes.
    - Die Therapie will eine Veränderung / Entwicklung auf psychischer, sozialer, emotionaler, physischer oder kognitiver Ebene erreichen.

und

  • tiergestützte Pädagogik (Animal Assisted Pedagogy = AAP)
    - Personen mit pädagogischer Berufsausbildung die spezifisch ausgebildete Hunde
    an Patienten mit Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten einsetzen.
    - Erstellung eines Konzeptes mit Ziel- und Zeitvorgaben für jeden Patienten. Auswertung der Dokumentation.

Die Definition von Besuchshunden und Therapiehunden oder Therapiebegleithunden wird in Europa noch Therapiebegleithund motiviert behindertes Kind zu Bewegungsabläufen unterschiedlich ausgelegt. Teilweise wird zwischen Besuchs- und Therapiebegleithunden keine Differenzierung gemacht. Der Psychologe Erhard Olbrich geht davon aus, dass Therapiebegleithunde von Therapeuten gegen Bezahlung eingesetzt werden und Besuchshunde von Hundebesitzern, die freiwillig und unentgeltlich alte, kranke, behinderte, demente Menschen und Kinder besuchen. Allerdings glaubt er, dass Besuchs- und Therapiehunde kein spezifisches Training instrumenteller Fertigkeiten benötigen. Deren Ausbildung sollte sich hauptsächlich dahin bewegen die sozial-emotionalen Interaktionen zu begünstigen.

Andere Institutionen gehen davon aus, dass sowohl die Besuchshunde wie auch die TherapiebegleithundeTraining mit Rollstuhlpatient, Therapeutin und zwei Therapiebegleithunden eine spezifische Ausbildung durch qualifizierte Trainer/innen erhalten. Die Hundebesitzer sollten ebenfalls gute Kenntnisse über die Biologie des Hundeverhaltens besitzen. Diese Verbände und Vereine fordern ihren Mitgliedern und Hunden Wesenstests und Prüfungen ab. Wesentlich weniger Problematiken zeigt sich bei der tiergestützten Pädagogik. Hier scheint durch die Berufsausübung bereits festgelegt, dass ein Hund auf jeden Fall eine spezifische Ausbildung benötigt.

Für alle drei tiergestützten Modelle sollte in jedem Falle gelten, die Hunde nicht zu überfordern. Dazu gehören verpflichtend Kenntnisse über die Bedürfnisse des Hundes.

Ausbildung in der tiergestützten Therapie

Um einem Hund alle Möglichkeiten einzuräumen ein guter Therapiebegleithund zu werden, sollte bereits im Training der Therapiebegleithunde im Bewegungsraum Welpenalter mit einem Wesenstest festgestellt werden, welcher Hund sich zur Ausbildung eignet und welcher nicht. Ist der zum eigenen Umfeld passende Welpe einer Rasse oder ein Mischling gefunden, beginnt die Sozialisierung und Erziehung zielgerichtet auf das spätere Einsatzgebiet des Hundes und seines Therapeuten. Das erfordert eine Zusatzausbildung des Therapeuten in der tiergestützten Therapie. Oftmals werden von den Therapeuten Hunde nach optischen oder emotionalen Gesichtspunkten ausgewählt, die ebenfalls einer Prüfung auf Eignung zum Therapiebegleithund zu unterziehen sind. Entgegen mancher publizierten Meinung sind wir nicht der Auffassung, dass sich jeder Hund zu einer spezifischen Ausbildung eignet. Insofern liegt es hier in der Verantwortung des Therapeuten und der ausbildenden Institution zu Gunsten des Hundes zu entscheiden.

Während der Ausbildung des Therapiebegleithundes sind die Entwicklungsphasen zu berücksichtigen. Die Fachleute haben bisher keine Einigkeit erzielt, in welchem Alter die Prüfung des Hundes erfolgen soll. WirTherapiebegleithunde werden im Trubel einer Stadt trainiert gehen von einem Alter zwischen dem 15. – 20. Monat aus. Je nach Rasse sind Hunde zwar zwischen 18 – 24 Monaten körperlich ausgewachsen, aber die nötige Reife und Lebenserfahrung fehlt, um tatsächlich erwachsen zu sein. Es liegt in der Verantwortung des Therapeuten seinen Hund entsprechend sorgsam zu leiten und ihm die Möglichkeit zu geben, vielseitige Erfahrungen sammeln zu können.

Die Trainingsmethodik richtet sich individuell nach dem Mensch-Hund-Team. Voraussetzung ist eine vertrauensvolle enge Beziehung zwischen Training mit Therapiebegleithund, der sich auch durch Artgenossen nicht ablenken lassen darf Mensch und Hund. Neben der Erziehung zum Gehorsam werden überwiegend mit positiver Verstärkung die instrumentellen Fertigkeiten des Hundes trainiert. Die Ausbildungszeit sollte sechs Monate auf keinen Fall unterschreiten, besser ist ein Zeitraum von acht bis zwölf Monaten.

Innerhalb einer Prüfung der Fähigkeiten von Therapeut und Hund sowie den theoretischen Kenntnissen des Therapeuten werden die Trainingserfolge festgestellt und die Institutionen entscheiden nach entwickelten Gütekriterien, ob Therapeut und Hund diesen gerecht werden.

Fotos: Elke Müller

Familienbande

Geschrieben am März 28th, 2007 in Erlebnisse, Hunde von Jörg Schumacher

Familienbande Dieses Bild sehe ich immer gern wieder an, da es mehrere Generationen zeigt. Oma Abby (ganz rechts) mit dem Sohn Mr. Stringer. Die Dreiergruppe links ist eine Familie: (v.l.n.r.)Jeenah, ihre Mutter Leeloo und Vater Mr. Stringer. Die Minifamilie lebt in unserem Haushalt, Oma Abby bei unseren Freunden. Von dem innigen Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist sicher noch zu berichten, aber zu einem anderen Zeitpunkt.

Maus und Katze

Geschrieben am März 25th, 2007 in Allgemein von Jörg Schumacher

Frei jagende Katze schleppt Mäuse ins Haus: immer wieder neue Erlebnisse :-)

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Wegen meines Messeauftrags zur CeBIT hatte ich wenig Zeit, das Verhalten meiner tierischen Mitbewohner wahrzunehmen. Umso erstaunter war ich, dass das Thema “Katze fängt Maus oder auch nicht” seine Fortsetzung gefunden hat. Neben dem Futternapf der Katze lag Mäusekot, neben…

Kommerziell oder frei bloggen?

Geschrieben am März 25th, 2007 in Allgemein von Jörg Schumacher

Mit dem mir eigenen Eifer und Mitteilungsbedürfnis bin ich an mehreren Blogs beteiligt. Unter anderem bin ich Mitautor bei “Pfoten und Fell”. Wie der Autor im Beitrag Serverauswertungen lügen nie… richtig bemerkt, kann ein kommerzielles Blog dem Autor doch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Das Prinzip ist einfach: Der Autor liefert gegen ein kleines Honorar, das den Aufwand für eine echte Recherche niemals aufwiegt, den Inhalt. Möglichst oft, möglichst interessant und möglichst mitten auf dem Mainstream, damit viele Besucher kommen. Dafür vermarktet der Anbieter das Blog durch Sponsoring und Ads, die der Autor allerdings nicht beeinflussen kann.

Diese Falle, die mich im Beispiel meines zweiten Blogs DigitalTIVI kaum berührt, ist gleich bei meinem ersten Beitrag für “Pfoten und Fell” zugeschnappt. Direkt neben dem Beitrag eine Werbung für die von mir so gehassten Teletacks zur Hundeerziehung. Es war fast, als hätte das Gerät mich getroffen. Elektrisiert wie wir damals von dieser Entwicklung waren, haben meine journalistische Kollegin Elke Müller und ich diesen unabhängigen und bisher werbefreien Blog ins Leben gerufen. Sie können sich drauf verlassen, dass hier nichts stehen wird, was nicht solide wissenschaftlich abgesichert ist. Und Werbung, die wir für diese Seite natürlich auch brauchen, wird sorgfältig ausgesucht und mit unseren Prinzipien vereinbar sein. Der Nachteil zunächst: Unsere Meinung interessiert kaum, die Besucherzahl ist noch gering und unsere Google-Treffer – Schwamm drüber, es wird noch.

Anders bei “Pfoten und Fell”. Mit einem Netzwerk im Rücken und einigen provokanten Beträgen lässt sich gut arbeiten. Mache ich bei DigitalTIVI nicht anders. Auch ich beziehe mich oft auf Beiträge anderer oder versuche, Beiträge möglichst so zu platzieren, dass Besucher zu Kontroversen angeregt sind. Gut geeignet war das Haustier-Thema zum Tierfutter, das z.B. auch der o.g. Autor aufgenommen hatte. Berührt jeden Haustierhalter, der seine Lieblinge gut versorgt wissen möchte. Auch ich hatte die Whiskas-Werbung bei “Pfoten und Fell” direkt daneben bemerkt und fand das ebenfalls eigenartig.

Deshalb nutze ich hier im dogforfun-Blog auch die Chance, mich nicht selbst unglaubwürdig zu machen, wenn ich meine Meinung äußere und durch die Werbung daneben in Frage gestellt werde. Bei “Pfoten und Fell” werde ich Erlebnisse mit Tieren bloggen, nicht mehr und nicht weniger.

… und was jagt der Stubentiger?

Geschrieben am März 15th, 2007 in Katzen von Elke Müller

Kater Krümel und der Herr der RingeSo wie Flecki, die Katze meines journalistischen Kollegen Jörg Schumacher, den Freigang bevorzugt, erfreuen sich Millionen Katzen in Deutschland in der freien Natur auf Erkundungstouren gehen oder jagen zu können. Es gibt ca. 7,6 Millionen Hauskatzen in Deutschland.

Nicht alle Katzen haben die Möglichkeit die Natur zu ergründen. Viele Stubentiger haben noch nie die Außenwelt erfahren. Aber auch diese Katzen jagen. Wenn es keine Spielzeuge sind, die ihren Krallen standhalten müssen, so sind Stubenfliegen, verirrte Schmetterlinge oder Bienen, Spinnen und anderes Getier, manches Mal aber auch menschliche Hände und Beine, ihre Beute.

Wie wichtig Beschäftigung für Hauskatzen ohne Freigang ist beschreibt Rosemarie Schär, Zoologin und Ethologin aus der Schweiz (Die Hauskatze). Das Jagdverhalten der Katze wird ausgelöst durch bewegliche Objekte. Der Halter einer Wohnungskatze ist hier gefordert. Er muss das Beuteobjekt bewegen, damit die Katze ihr natürliches Bedürfnis befriedigen kann. Beliebt sind Spiele wie die Feder an der Angel, die sich hin und her bewegt. Die Aufziehmaus unter einem Tuch, welche die Katze zur blitzartigen Attacke motiviert. Das Fangen eines Fadens, der sich über den Boden schlängelt und das Angeln nach dem Zeh, der im Badewasser auf- und abtaucht.

Wohnungskatzen sind interessiert an allem. Sie lassen sich gemächlich auf der Tastatur des PC nieder, wenn man gerade einen Artikel schreiben will. Sie helfen beim Auspacken des Einkaufskorbes und sie untersuchen genau den Inhalt. Sie fangen die Tropfen des Wasserhahnes und sie räkeln sich im geputzten Waschbecken. Sie stehlen den Kugelschreiber vom Tisch. Sie geben Meckerlaute von sich, wenn sie observierend am Fenster sitzen und ein Vogel vorbeifliegt. Flecki geht dann einfach durch seine Katzenklappe nach draußen und schaut sich die Vögel in Natura an.

[Krümel und der Herr der Ringe, Foto: Elke Müller]

Pfötchen und der Motorradunfall

Geschrieben am März 14th, 2007 in Hunde von Elke Müller

Dackelmix Jacob

Dackelmix Jacob, Foto: Dr. Sabine Schrader

„Das Bein muss amputiert werden! Wie schrecklich! Kann mein Hund „Pfötchen“ damit leben. Warum musste das auch passieren. Bitte rufen sie uns dringend zurück.“ Der Hilferuf erreichte meinen Anrufbeantworter am Vormittag. Am Abend hörte ich die Nachrichten ab. Und schon drückte ich die Taste für den Rückruf. „Guten Abend, Frau R., was ist passiert?“ Völlig aufgelöst und unter Tränen berichtete Frau R. von dem schockierenden Unfall.

Pfötchen, ein mittelgroßer Mischlingsrüde, 5 Jahre alt, erschrak sich vor einem herunterfallenden Brett, welches mit lautem Getöse gegen die Metallgitter eines Baugerüstes krachte bevor es auf dem Betonboden aufschlug. Der Hund machte einen Riesensatz zur Seite und sprang genau vor ein herannahendes Motorrad. Pfötchen wurde zwischen den Reifen erfasst und von dem Hinterrad überrollt. Der Biker konnte seine Maschine zum Stehen bringen. Während die entsetzte Halterin neben ihrem verletzten Hund auf der Straße kniete, kam eine Nachbarin der Hundehalterin vorbei. Gemeinsam wurde der schwer verletzte Hund ins Auto gehoben und zum Tierarzt gebracht. Dort wurde entschieden, den vollkommen zertrümmerten rechten Hinterlauf bis zum Knie zu amputieren.

Pfötchen und Hundehalterin geht es inzwischen wieder gut. Der Hund ist auf seinen drei Beinen nicht mehr ganz so schnell, aber seine Lebenslust ist unverkennbar. Diese Geschichte ist 10 Jahre alt. Pfötchen gibt es immer noch. Er ist ein betagter alter Herr geworden. Wie viel besser hätte es ihm gehen können, wenn damals bekannt gewesen wäre, dass es Tierorthopädietechniker gibt.

Katzen im Freigang

Geschrieben am März 9th, 2007 in Katzen von Jörg Schumacher

Diesen Artikel zum Thema frei jagende Hauskatzen habe ich bei Pfotenundfell.de veröffentlicht.

Flecki ist ein Freigänger. Und sie ist eine ganz besondere Katze. Beides hängt zusammen. Doch der Reihe nach. Die Katzen werden in einer ländlichen Umgebung selten als Stubentiger gehalten. Auch bei uns war der Grund für die Anschaffung von Katzen…

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Tierqual – Welpenhandel

Geschrieben am März 8th, 2007 in Hunde von Elke Müller

Vater und Sohn

Foto: Elke Müller

Welpen aus dem Ausland. Welpen werden nach Deutschland gebracht. Manchmal legal, oftmals illegal. In den letzten Jahren hat sich der Welpenhandel aus dem Ausland etabliert, denn die Bundesrepublik ist der größte Abnehmer. Es geht nicht um Mitleid. Hier wird Geld verdient. Es gibt seit längerer Zeit bereits Zuchtanstalten, die nur existieren, weil sich die Deutschen auf die armen „Straßenhunde“ des Auslands stürzen. Auch so genannte Tierschützer haben sich auf diese Schiene begeben.

Welpen werden in Transportboxen tagelang quer durch Deutschland gekarrt und teilweise an der Straße verkauft. Die Preise für Rassehunde liegen um die Hälfte niedriger was Hunde aus verantwortlichen Zuchten kosten. Die Welpen sind weder geimpft und entwurmt. Sie sind schon gar nicht nach dem Mittelmeerprofil tierärztlich untersucht. D.h. sie bringen unter Umständen Krankheiten ins Land, die schon ausgerottet waren und die für einheimische Hunde und Menschen gefährlich sein können. Sie haben entweder gar keine oder gefälschte Papiere.

Das Sozialverhalten der Welpen kann sich bei der frühen Wegnahme von der Mutter – oftmals schon mit der 4. Lebenswoche – nicht entwickeln. Durch die Unterbringung von Muttertier und Welpen ist auch keine Sozialisation möglich. Die Welpen sind bereits irreversibel geschädigt (siehe Artikel „Wieviel muss ein Welpe lernen?). Verhaltensauffälligkeiten sind vorprogrammiert. Diese miese Geldmacherei und die daraus entstehende tierquälerische Handhabung von Welpen darf nicht unterstützt werden. Passen Sie auf, wer Ihnen Welpen aller Rassen beschaffen kann, wer Ihnen gerne den Welpen nach Hause bringt.

[Zum Thema beim Tierschutzbund]

Sind Mischlingshunde wirklich aggressiver?

Geschrieben am März 7th, 2007 in Hunde von Elke Müller

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Eine Studie der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz, Österreich, befasst sich mit den Beißvorfällen bei Kindern unter 17 Jahren. Dabei werden die Umstände der Hundeattacken, das Umfeld, wem der Hund gehört, die Verletzungsgrade der Kinder und die zum Teil erhebliche Nachversorgung der Verletzten untersucht. Es handelt sich hierbei keinesfalls um eine „Beißstatistik“. 341 Fälle zwischen 1994 und 2003 wurden untersucht, bei denen Kinder im Alter von 8 Tagen bis 16 Jahren (174 Jungen, 167 Mädchen) von Hunden gebissen und danach in der Universitätsklinik medizinisch versorgt wurden. Um die genaue Anzahl der Hundetypen zu erhalten, wurden 5873 Akten der in der Gemeinde registrierten Hunde analysiert. Für die Analyse wurden von 49 vorkommenden Rassen – wovon die Mischlinge als Rasse angelegt waren – die 18 populärsten Hundetypen verwendet, deren Anzahl pro Rasse mehr als 64 Hunde ausmachte.

In der österreichischen Gemeinde leben 62.457 Kinder im Alter von 0 bis 16 Jahren. Von den 341 geschädigten Kindern sind 73% unter 10 Jahre alt. Die meisten Beißunfälle betrafen einjährige Kinder. In 73% der Fälle gehörte der Hund zur Familie, davon waren allerdings nur 33% der Hunde im Haushalt. Die Beißattacken wurden in 28% der Fälle ausgeübt, als die Kinder mit dem Hund oder in der Nähe des Hundes spielten. Am Hund vorbeigehen löste 14% der Beißvorfälle aus und 10% betraf das Schmusen mit dem Hund. Laut Angabe des zuständigen Veterinäramtes waren 198 Hunde größer als 44 cm Schulterhöhe. 94 Hunde waren kleiner und bei 49 Hunden wurde die Größe nicht festgestellt. Kleine Hunde attackierten häufiger kleine Kinder als ältere Kinder. Verstärkt fanden Beißattacken in den warmen Monaten statt, was die Autoren damit begründen, dass in den Sommermonaten Kinder und Hunde draußen aktiver sind.

Bei 305 von 341 Hunden konnte die Rasse exakt bestimmt werden. Die Rassen Deutscher Schäferhund und Dobermann sind verantwortlich für 37% aller Hundebisse, wovon diese beiden Rassen nur 13,1% der gesamten in dieser Gemeinde registrierten Hunderassen inkl. Mischlinge ausmacht. Andere Studien zeigen ähnliche Ergebnisse. Das Risiko von einem Deutschen Schäferhund oder Dobermann gebissen zu werden war hier fünf mal höher als von einem Labrador/Retriever oder Mischling. In Relation zum Vorkommen von Mischlingshunden innerhalb des Studiengebietes und der ausgewerteten Beißvorfälle liegt der Risikoindex für Mischlinge bei 0,46%. Beim Deutschen Schäferhund beträgt der Risikoindex 2,83% und beim Dobermann 2,71%. Letztendlich beantwortet dies die Frage, ob Mischlingshunde die aggressivsten Hunde sind.

[Zur Studie]
[Foto: Elke Müller]

Erhöhtes Beißrisiko durch Mischlingshunde?

Geschrieben am März 7th, 2007 in Hunde von Elke Müller

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Solche und ähnliche Schlagzeilen fanden sich vor einigen Tagen in diversen Blogs. Vielleicht sollten sich die Verfasser einmal etwas genauer mit der Studie der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz, Österreich befassen, die in dem amerikanischen Journal der American Academy of Pediatrics veröffentlicht wurde.

Zusätzlich wurde in einem Blog von dem wiederum andere Blogger abschrieben eine Tabelle veröffentlicht, die die registrierte Anzahl der Rassen und Mischlinge in einem österreichischen Gemeindebezirk aufweist. Und wenn man Tabellenunterschriften nicht lesen kann, dann erfährt der Blogbesucher, dass die Mischlingshunde den größten Anteil in dieser Tabelle ausmachen, was auch noch mit Beißvorfällen gleichgesetzt wurde.

Ähnlich der Medienhetze gegen Bullterrier, Staffordshire Terrier & Co. wird mit derartigen Fehlmeldungen der Hundehass neu geschürt. Na toll!

[Foto: Elke Müller]

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